Tina Strohecker liest aus »Inventarium. Späte Huldigungen« – im Rahmen der Literaturtage wortReich

31. Juli 2019, 19:00 Uhr

Ort: Villa Seitz, Nepperbergstraße 4, 73525 Schwäbisch Gmünd

Veranstalter: Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd

Ein Zeitpanorama in poetischem Ton, ins Bild gesetzt von Horst Alexy

»Gegenstände sind die eigentlich menschliche Heimat des Menschen«, so Hannah Arendt. Gegenstände erfasst ein »Inventarium«. Tina Stroheker nun bringt »ihr« Inventarium in Prosaminiaturen zur Sprache: Eher unscheinbare Dinge, von denen manche die Verfasserin Jahrzehnte hindurch begleitet haben, Dinge, wie sie sich in unser aller Leben versammeln. Für die Autorin aber gilt, was Mallarmé einmal befand: »Alles in der Welt ist dazu da, in einem Buch zu landen.«

 

Unspektakulär sind diese Dinge, meist ohne errechenbaren Wert, aber es wird ihnen, in einer immer digitaleren Welt und einer Zeit raschen Verschleißes, mit gehöriger Wertschätzung begegnet. Mit jedem Teil verbinden sich Erinnerungen und Empfindungen. Und in einem Lebensabschnitt, der eher zum Abbau und Weggeben der allzu vielen Gegenstände mahnt, fällt in der Betrachtung noch einmal ein besonderes Licht auf sie. Darin mag eine existentielle Ironie liegen.

 

Tina Stroheker hat aufmerksam, nachdenklich und verspielt Inventur gemacht und eine poetische Autobiografie geschrieben, die auch das Bild einer ganzen Generation entwirft. Dem Alltäglichen, wenig Beachteten wird darin in einer Weise gehuldigt, die ihm wahrlich auch zusteht. Dabei wird das sprachliche Inventarium Tina Strohekers komplettiert durch die bildlichen Beigaben von Horst Alexy: Seine »sachlichen« Fotografien zeigen die Gegenstände behutsam, aber zugleich auch als »selbstbewusste« Einzelwesen.

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