Heimat. Kann die weg?

Muhterem Aras
Hermann Bausinger

150 Seiten
Hardcover
Eingeleitet und moderiert von Reinhold Weber
Erscheinungstermin: Juli 2019
ISBN 978-3-7496-1001-3
20 Euro

Leseprobe (PDF)
»Ein gutes Gespräch ist der schnellste Weg, sich über etwas klarzuwerden.« Friedrich Dürrenmatt
 

Da haben sich zwei gefunden! Muhterem Aras ist als zwölfjähriges Mädchen aus Anatolien nach Deutschland gekommen. »Gastarbeiterkind!« Die Schwäbin mit kurdisch-alevitischen Wurzeln hat sich hochgearbeitet – und ist heute Präsidentin des Landtages von Baden-Württemberg. Hermann Bausinger wiederum ist Schwabe. »Aufklärer des Alltags« hat man ihn genannt, weil er seit vielen Jahrzehnten den Menschen im Land wortwörtlich (Verzeihung:) »aufs Maul« schaut und ihren Alltag mit kulturwissenschaftlichem Blick analysiert.

Beide tauschen sich aus über die Bedeutung von Heimat in einer Gesellschaft der Vielfalt. Dabei geht es um Akzeptanz, um Gefühle, um Verschiedenheit, Zugehörigkeit und Zusammenhalt, ums Grundgesetz als Wertefundament – aber auch um Demokratie und Parlamentarismus, die sich, herausgefordert durch Rechtspopulisten, im Stresstest befinden.

 
»Unter den vielen Büchern, die derzeit zum Thema Heimat erscheinen, sticht dieses hier auf gleich mehrfache Weise positiv heraus: Es ist dialogisch angelegt und macht eben dadurch stets die Vielschichtigkeit jeder denkbaren Heimat sichtbar; es vereint wissenschaftlich-distanzierte Analyse und persönlich berührende Erfahrung mit politischen Perspektiven; es bietet historische Information und politische Vision für die Zukunft. Und obwohl es die schwierigen und manchmal schmerzlichen Fragen an keiner Stelle ausspart, liest es sich wunderbar leicht und ist dennoch so tiefsinnig und aufschlussreich, wie man es sich nur wünschen mag. Es erweitert tatsächlich in jedem Kapitel und unter jedem Aspekt immer aufs Neue die Perspektiven und Denkmöglichkeiten, bis am Ende ein Heimatbegriff aufscheint, der zu einem wirklichen Integrationsbegriff und zu einem Werkzeug der gelingenden Gestaltung des Zusammenlebens zu werden verspricht. Dieses Buch lässt Heimat wirklich zu einem Resonanzraum werden.«
Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe
 

»Der Begriff ›Heimat‹ erfreut sich seit einiger Zeit erstaunlicher Beliebtheit; er wird rege diskutiert und zumeist ist er positiv besetzt. Es handelt sich offenbar um ein Bedürfnis, mit dem Individuen und ganze Gesellschaften nach Antworten auf Herausforderungen und gefühlte Zumutungen der  Moderne suchen. Das Bedürfnis nach einem festen Platz ist durch die Globalisierung gewachsen, die viele Menschen als eine unaufhaltsame Entwicklung wahrnehmen, auf die sie keinen Einfluss haben. Zum Verständnis dieser aktuellen und wichtigen Diskussion leistet das Gespräch von Muhterem Aras und Hermann Bausinger einen ebenso kurzweiligen wie nachdenklichen Beitrag.«
Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages

Muhterem Aras

1966 als alevitische Kurdin geboren, Studium der Wirtschaftswissenschaften, Steuerberaterin, Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg für Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2016 ist sie als Landtagspräsidentin die erste Frau in diesem hohen Amt.

© Foto: Landtag von Baden-Württemberg

Hermann Bausinger

1926 in Aalen geboren, emeritierter Professor der Universität Tübingen, war viele Jahre Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft.

Zahlreiche Publikationen, bei Klöpfer & Meyer erschienen zuletzt etwa »Leibsorger und Seelsorger. Essays über Hebel, Hauff, Mörike, Vischer, Auerbach und Hansjakob« (2. Auflage 2011), »Der herbe Charme des Landes. Gedanken über Baden-Württemberg« (4. Auflage 2011).

Mitherausgeber der »Albgeschichten« (2. Auflage 2008) und der inzwischen abgeschlossenen 25bändigen »Kleinen Landesbibliothek« bei Klöpfer & Meyer.

Im Herbst 2016, inzwischen in 2. Auflage, erschien von ihm bei Klöpfer & Meyer mit überwältigender Resonanz »Eine Schwäbische Literaturgeschichte«.

© Foto: F. Kraufmann www.pressefoto-kraufmann.de

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