Glaubensdämmerung

Andreas G. Weiß

Glaubensdämmerung
Was wir glauben, wenn wir glauben
411 Seiten
Hardcover mit Lesebändchen
Erscheinungstermin: Februar 2020
ISBN 978-3-7496-1023-5
28 Euro

Leseprobe (PDF)

Hat der menschliche Glaube noch Zukunft? Mehr denn je steht das Glaubensleben der Menschen in der Kritik. Keinesfalls trifft das nur religiöse Haltungen unserer Gegenwart, sondern nimmt auch in politischen, sozialen und alltäglichen Situationen zu. Dabei ist ein Leben ohne Glauben so gar nicht vorstellbar – mehr noch: Menschliches Zusammensein kann ohne gegenseitiges Vertrauen gar nicht auskommen.

Dieses Buch macht sich auf eine abenteuerliche Suche nach Glaubensmomenten, die unserem Leben Halt geben, die uns alles abverlangen, die aber auch gefährlich werden können. Glaube ist niemals ohne Risiko und Zweifel zu haben. Dennoch lohnt es, sich mit dem vielfältigen Glaubensleben der Menschen abseits theologischer und religiöser Selbstverständlichkeit auseinanderzusetzen. So kann auch im 21. Jahrhundert ein Dialog zwischen den Religionen, der Gesellschaft und Kulturen möglich werden.

Andreas G. Weiß

geboren 1986 in Schwarzach im Pongau. Studium der katholischen Theologie, Philosophie in Salzburg (Ö) und der Religionswissenschaft in Springfield, Missouri (USA), 2011-2016 mehrere Studien- und Forschungsaufenthalte in den Vereinigten Staaten, 2013-2014 Lehrauftrag an der Missouri State University in Springfield, Missouri. Von 2012-2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Salzburg im Projekt „Der politische Raum der Theologie“. 2018 Promotion in Systematischer Theologie (Fundamentaltheologie & Dogmatik) an der Universität Salzburg (Doktorvater: Univ.-Prof. Dr. Gregor Maria Hoff).

Seit 2016: Theologischer Bereichsverantwortlicher und Bildungsreferent im Katholischen Bildungswerk Salzburg.

Seit 2012: Autor für die österreichische Wochenzeitung „Die Furche“ und Gastautor der „Salzburger Nachrichten“ sowie zahlreicher Online-Medien.

Mitglied der „American Academy of Religion“ (AAR) und der Görres-Gesellschaft.

© Foto: Lorenz Masser

  • Drei Fragen an Andreas G. Weiß

    Mit Ihrem Buch „Glaubensdämmerung“ machen Sie sich auf eine Spurensuche nach Glauben im Alltag der Menschen. Was hat Sie dazu bewogen, sich mit der Glaubenswürdigkeit an sich so intensiv auseinanderzusetzen? 

    Als Theologe fühle ich mich trotz aller Schwierigkeiten, offenen Fragen und so mancher Enttäuschungen sehr wohl in meinem Glauben. Dennoch ist mir gerade im Umgang mit Freunden und anderen Menschen auch die Frage sehr wichtig: Was ist mit Menschen, die nicht religiös sind? Haben die tatsächlich jeden Glauben einfach so verloren beziehungsweise hat man als Glaubensgemeinschaft noch Mut und Willen, zu diesen Menschen einen Kontakt herzustellen? Da möchte ich – der Theologie und Kirche gegenüber durchaus selbstkritisch –hinschauen. Denn nur, weil ich nicht an Gott – oder genauer: die überlieferten Vorstellungen von ihm – glaube, heißt das noch nicht, dass ich den Glauben verlernt habe.

    Wir sind im Grunde also alle Gläubige, auch wenn wir nicht religiös sind?

    In meinem Buch habe ich versucht zu zeigen, dass unser Leben in Beziehungsnetze eingebunden ist, das ohne diese menschliche Grundhaltung nicht auskommt. Wobei dieser Glauben nicht unbedingt innerhalb einer Religionsgemeinschaft sein muss. Dennoch möchte ich aber auch betonen, dass die Abnahme des traditionellen religiösen Lebens nicht automatisch zur Auslöschung aller Glaubensfragen führt. Im Gegenteil: Wenn die klassischen Antwortversuche für viele Menschen nicht mehr plausibel erscheinen, werden sie auch den letzten Fragen anders begegnen. Denn diese Fragen bestehen weiterhin. In keinem Leben kommt man um die existenziellen Fragen herum: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Glaube ich an Gott?

    Es geht mir keinesfalls darum, dass ich die Menschen quasi aus der „Hintertür“ zwangstaufe und ihnen einfach so einen Glauben unterstelle. Freilich kann jede und jeder die letzten Fragen auch mit „Nein“ beantworten. Dennoch, und da bleibe ich dabei, die Fragen werden gestellt – auch im 21. Jahrhundert. Da geht es oftmals nicht mehr um die Frage nach Engeln, Himmel, Hölle… Vielmehr geht es darum, welche Beziehung ich zur Wirklichkeit als Ganzem eingehe.

    Was bedeutet Glauben ganz persönlich für Sie?

    Für mich ist Glaube ein Wagnis, das sich immer einzugehen lohnt.

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